Tipps für das Wandern mit Hund

Hund in Wanderschuhen

Nachdem ich Dir meine drei Outdoor-Geheimtipps verraten habe, will ich kurz erzählen, was ich beim Wandern mit Hund für wichtig halte. Ich versuche zwar, mich bevor es zu einer neuen Wanderung los geht, nicht allzu verrückt zu machen, trotzdem bin ich immer ein bisschen aufgeregt und möchte natürlich, dass die Erfahrung sowohl für mich, als auch für Cosmo schön und unkompliziert wird.

Bevor die Wanderung los geht

Wenn ich Touren über mehrere Tage plane, bei denen ich in Hotels oder Pensionen unterkomme, frage ich auf jeden Fall vorher an, ob Hunde erlaubt sind. Nichts ist schlimmer, als plötzlich ohne Unterkunft da zu stehen, weil der Hund nicht mit rein darf.

Neben der Unterkunft ist auch die Anreise oft ein Thema, mit dem ich mich lange vorher beschäftige. Vorzugsweise fahre ich mit dem Auto zu meinen Traum-Wanderzielen, denn da hat Cosmo seinen eigenen Platz im Kofferraum, wir fühlen uns beide wohl und können auch längere Strecken stressfrei zurück legen. Wenn Du deinen Hund im Auto mitnimmst, sollte er ausreichend gesichert werden, z.B. durch einen Gurt oder ein Kofferraumgitter.

Es müssen auf längeren Strecken Pausen eingelegt werden, damit dein Hund sich erleichtern kann.

Das Problem bei der Anreise mit dem Auto ist nur, dass man gezwungen ist, eine Rundwanderung zu machen, da man ja irgendwie wieder zu seinem Auto zurück kommen muss.

Alternativ bietet es sich an, mit dem Zug zu fahren, was ich allerdings mit Cosmo immer als stressig empfinde, da die hundebegeisterten Menschen es nicht schaffen, ihn in Ruhe zu lassen, während diejenigen, die mit Hunden weniger anfangen können, sich schnell durch unsere Anwesenheit gestört fühlen. Oft ist zwischen Koffern und anderen Fahrgästen kaum Platz für einen Hund.

Solltest Du Dich entscheiden, mit Hund in der Bahn zu reisen, denk daran, dass man auch für den Hund eine Kinder-Fahrkarte lösen muss. Offiziell gibt es sogar eine Maulkorbpflicht, jedoch scheinen die Kontrolleure der Bahn dies selbst oft nicht zu wissen.

Die Wahl der richtigen Hundeleine

Leine, Halsband, Geschirr, Schleppleine, Flexileine: Die Wahl der richtigen Hundeleine ist nicht immer einfach, es gibt so wahnsinnig viele Kombinationsmöglichkeiten.

Auch ob man seinen Hund zwischendurch frei laufen lässt, hängt von einigen Faktoren ab. Natürlich kommt es dabei auch darauf an, ob dein Hund sich zuverlässig zurück rufen lässt und ob er ein passionierter Jäger ist. Bei Cosmo kann ich mich darauf verlassen, dass der Rückruf funktioniert, daher lasse ich ihn auch gern ohne Leine die Natur erkunden. Ich gebe zu, ich lasse ihn öfter frei herum laufen, als es erlaubt ist. Dennoch sollte man Rücksicht auf seine Umwelt nehmen, wenn zum Beispiel viele andere Menschen unterwegs sind, bleibt der Hund bei mir auf jeden Fall angeleint. Nicht jeder ist ein Hundefreund und es ist eine Sache der Höflichkeit, dass mein Hund nicht unkontrolliert zwischen den Menschen hin und her läuft. Begegnen einem andere Hundehalter, kann man darauf achten, ob deren Hund angeleint ist und sich daran orientieren. Geht Deine Tour durch ein Naturschutzgebiet, solltest Du deinen Hund nach Möglichkeit auch angeleint lassen, um die Tier- und Pflanzenwelt nicht zu stören, aber auch zum Schutz deines Hundes, z.B. gegen Schlangen wie die Kreuzotter.

Eine Hundeleine dabei zu haben ist also fast unerlässlich beim Wandern mit Hund, die Frage ist nun, welche am besten geeignet ist. Meiner Erfahrung nach kommt es dabei sehr auf die geplante Tour an. Wenn ich vorher weiß, dass ich Cosmo überwiegend angeleint lassen muss, nehme ich immer die Flexileine. Das hat den Vorteil, dass Cosmo mehr Bewegungsfreiheit hat, als an einer festen Leine. Er kann dann die Umgebung in Ruhe erkunden, Spuren erschnüffeln und sich fünf Meter um mich herum frei bewegen. Mein Tipp dazu ist übrigens, den Bauchgurt vom Rucksack einfach durch den Griff der Flexileine zu ziehen und zu verschließen, dann hat man die Hände frei.

Doch die Flexileine kann einem die Leinenführigkeit verderben, da sie ja praktisch immer auf Spannung ist. Wenn Du also ohnehin schon Probleme hast, deinem Hund das bei Fuß laufen beizubringen, ist die Schleppleine vielleicht besser geeignet, um Freilauf zu simulieren.

Flexileine Beispiel im Naturschutzgebiet

Viele Hundebesitzer schwören auf die oft deutlich längere Schleppleine. Diese erfüllt den gleichen Zweck, wie die Flexi, ist jedoch unhandlicher und wird schneller dreckig, weil sie hinter dem Hund her durch den Dreck gezogen wird.

Die Flexileine und Schleppleine bitte nur mit Geschirr benutzen! Andernfalls riskierst du bleibende Schäden an der Halswirbelsäule oder dem Kehlkopf deines Hundes.

Für Touren, bei denen Du weißt, dass der Hund die meiste Zeit frei herum laufen kann, ist in der Regel das Halsband und die normale Leine die beste Wahl. Die Leine lässt sich leicht weg packen oder über die Schulter hängen. Das Hundehalsband schränkt Deinen Hund weniger ein, als ein Geschirr und trocknet leichter, falls Dein Hund mal baden geht.

Sinnvoll ist auch, dass neben der Steuermarke auch eine Hundemarke mit Telefonnummer oder eine Kleine Dose mit Adresse am Halsband (bzw. Geschirr) befestigt wird, sollte der Hund doch mal verloren gehen. Wir haben ganz einfach in eine niedliche Hundemarke meine Handynummer und Cosmos Namen gravieren lassen. Die gibt es übrigens auch noch mit anderen Motiven.

Generell hat sicher jeder Hundehalter schon mehr oder weniger seine individuellen Vorlieben, welche Art Leine und Halsband am besten funktionieren. Für Cosmo und mich klappt es am besten wie oben beschrieben, aber es gibt dazu kein Patentrezept.

Die Wahl hängt also ab von Routenverlauf, zuverlässigem Rückruf, Temperament des Hundes und natürlich von den persönlichen Vorlieben.

Outdoor-Zubehör für das Wandern mit Hund

Tüte statt Napf

Das Meiner Meinung nach wichtigste Zubehör ist ein Gefäß, aus dem man dem Hund Wasser zu trinken geben kann. Natürlich gibt es auch Wanderrouten an Flüssen oder anderen Gewässern entlang, an denen er sich bedienen kann. Ist dies nicht der Fall, solltest Du auf jeden Fall darauf achten, genügend Wasser dabei zu haben. Für einen Tag reicht uns in der Regel eine 1,5 Liter-Flasche, aus der ich trinke und auch meinem Hund zu trinken gebe. Ich nehme meistens einen faltbaren Wassernapf mit, den man teleskop-artig zusammendrücken kann, sodass er flach ins Gepäck passt. Da ich diesen jedoch ständig verlege, nicht wieder finde, oder gaaanz tief unten im Rucksack vergrabe, nehme ich auch gerne einfach eine Hunde-Gassitüte zur Hand, kremple den Rand um und fülle das Wasser hinein.

Was nicht zu den Must-Haves zählt, aber trotzdem praktisch ist, sind „Satteltaschen“ für Hunde. Also quasi ein Geschirr mit Taschen an beiden Seiten. Ich besitze zwar keines, aber es steht weit oben auf meiner Wunschliste. Beim Etappenwandern wäre es ein großer Vorteil, wenn Cosmo sein Trockenfutter einfach selbst herum tragen könnte, denn es nimmt sonst einiges an Platz in meinem Rucksack weg. Bis zu 10% des Körpergewichtes kann man hinein füllen. Cosmo wiegt 25 Kilogramm, also könnte ich ihm 2,5 Kilo Futter in die Taschen packen. Natürlich gleichmäßig verteilt. Die Taschen sollten auf jeden Fall individuell einstellbar sein, damit sie dem Hund perfekt passen.

Viele Hunde sehen das Tragen von Gepäck auch als wichtige Aufgabe an, welcher sie sich gern stellen. Du kannst damit also das Selbstbewusstsein Deines Hundes stärken und ihn außerdem besonders gut auslasten.

Gesundheit

Wähle die Route mit Bedacht, nicht jeder Hund hat den Fitnesslevel eines Border Collies. Am besten tastest Du Dich langsam an die perfekte Streckenlänge heran und beobachtest dabei genau, wie Dein Hund sich verhält. Trottet oder trabt er nur noch hinter dir her, ohne sich für die Umgebung zu interessieren, ist er wahrscheinlich müde und die Strecke könnte zu lang oder zu steil gewählt sein. Wenn du das Gefühl hast, dein Hund bewegt sich merkwürdig, oder hat einen steifen Gang, dann hat er vielleicht sogar einen Muskelkater. Um schlimmere Verletzungen zu vermeiden, ist dann erst einmal Ruhe angesagt. Denk auch daran, genügend Pausen einzulegen, viele Hunde würden ihrem Herrchen oder Frauchen bis zum Umfallen folgen.

Ein wichtiger Tipp ist außerdem ein Erste Hilfe Set für Tiere, in dem neben Desinfektionsspray zum Beispiel elastische Verbände enthalten sind, mit denen man die Mullbinden befestigen kann, ohne dass sie vom Fell abrutschen. Es gibt diese Sets fertig gepackt im Zoogeschäft oder online zu kaufen. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verletzungen der Pfotenballen. Hierbei ist es wichtig, Verunreinigungen, wie Kieselsteine, zu entfernen, bevor der Verband angelegt wird.

Bei Kratzern und kleineren Wunden ist ein Verband nicht unbedingt nötig, hier solltest Du nur darauf achten, dass Dein Hund die Wunde nicht beleckt. Dass Hundespeichel desinfizierend wirkt, ist ein hartnäckiges Gerücht. Er verzögert im besten Fall die Wundheilung und im schlimmsten Fall verursacht er eine Entzündung.

Neben Wunden oder Muskelkater ist es natürlich immer das wichtigste, dass man dem Hund immer genug Wasser gibt. Gerade an heißen Tagen kann er sonst leicht überhitzen.

Für längere Wanderungen empfiehlt sich Trockenfutter für Hunde. Wenn Du deinen Hund normalerweise mit Nassfutter oder Barf fütterst, gewöhne ihn am besten einige Wochen oder Tage daran, auch Trockenfutter zu fressen, damit sein Körper sich daran gewöhnt. Wenn Du nicht komplett auf das barfen verzichten möchtest, kannst du auch auf Trockenbarf zurück greifen.

Du siehst also – es gibt für das Wandern mit Hund einiges zu beachten. Doch wenn man sich im großen und ganzen immer rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst verhält, ergibt sich vieles von selbst und man wird Dir ebenfalls mit Rücksicht begegnen. Ich möchte mit diesem Artikel niemandem vorschreiben, wie er sich zu verhalten hat, sondern wirklich nur behilflich sein. Wenn Du noch Tipps oder Tricks kennst, die das Reisen mit Vierbeinern erleichtern oder andere Ideen und Anregungen für das Wandern mit Hund hast, lass es mich gerne in den ⬇️Kommentaren⬇️ wissen.

4 Gedanken zu “Tipps für das Wandern mit Hund

  1. Pingback: Küsteliebe: Wandern an der Ostsee – Nordwandern

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