Wandern in Hamburg Blankenese

Grau in allen Nuancen. So kenne ich mein Hamburg. Auch das feine Viertel Blankenese mit seinen Villen bleibt davon heute nicht verschont.

Wenn man sich trotzdem nicht raus wagen würde, dann säße man wohl monatelang nur drinnen. Deswegen schnell die Wanderschuhe geschnürt und los geht’s. Startpunkt ist die Bushaltestelle Falkenstein, beziehungsweise der angrenzende Parkplatz. Eine feste Route habe ich mir vorher nicht überlegt, da ich mich schon ein bisschen auskenne. Cosmo und ich wandern heute einfach immer der Schnauze nach. Meine getrackte Route gibt es hier zum Nachwandern. Eine weitere Elbwanderung gibt’s hier bei Geesthacht.

Falkenstein

Ich folge zunächst dem Weg rechts entlang durch den Falkensteiner Wald. Einige Nordic Walker walken mir entgegen. Irgendwo über mir ist das Hämmern von einem Specht zu hören. Ich bleibe stehen, um ihn zu suchen und kann ihn tatsächlich entdecken. Weit oben klopft er die Bäume nach Käfern ab. Nicht schlecht, Herr Specht. Eine Zeit lang begleitet er mich, auf den gewundenen Wegen durch die Wälder.

Elbe Wandern

Durch die kahlen Äste kann man bereits hier und da einen Blick auf die Elbe erhaschen. Der Himmel lässt sich kaum vom Wasser unterscheiden. Es scheint, als würde er sich bis unten ans Ufer erstrecken. Auf der anderen Seite, weiter oben, stehen die noblen Villen der Reichen und Schönen.

Es ist ein ständiges auf und ab, der Weg schlängelt sich vorbei am Tafelberg zum Puppenmuseum. Wälder wechseln sich mit Parks ab, hier und da gibt es Bänke oder Teiche. Ich entdecke einen Wegweiser, der mir zeigt, dass ich der Nähe vom Rissener Leuchtturm bin. Nicht einmal einen Kilometer bis dort. Eigentlich wollte ich allmählich einen Bogen machen und am Strand zurück wandern, doch den Leuchtturm möchte ich mir nicht entgehen lassen. Auf Asphalt und Kieswegen wandere ich entlang des Naturschutzgebietes Wittenbergen, durch die Wittenbergener Heide. Im Spätsommer blüht es hier ringsherum in jeglichen Violetttönen. Jetzt im Winter schläft die Heidelandschaft. Links neben mir liegen die flachen Elbwiesen und als ich den Leuchtturm entdecke, ist er schon ganz dicht vor mir. Trotz roter Farbe und kahler Bäume hatte ich ihn erst gar nicht bemerkt. Cosmo hat unterdessen nur noch den nahen Strand im Kopf und flitzt schneller davon als ich den Mund aufmachen kann. Der kommt schon zurück, denke ich mir und mache erst einmal ein paar Fotos von dem Turm. Auf den Stufen mache ich eine kleine Pause und trinke ich einen Schluck Tee aus meiner Thermoskanne. Um 12 Uhr mittags heulen in der Ferne die Sirenen zum Test.

Leuchtturm Elbe

Cosmo hat sich inzwischen wieder beruhigt und schnüffelt um den Leuchtturm herum den Boden ab. Ich packe meine Sachen zusammen, den Rückweg gehe ich einfach am Ufer entlang. Der Strand gehört heute ganz den Hunden. Zwar ist er normalerweise in Badestrand und Hundestrand unterteilt, doch bei diesem Wetter wagen sich ohnehin nur die Hundebesitzer nach draußen. Die Nicht-Hundebesitzer wissen eben nicht was ihnen entgeht!

Cosmo findet es natürlich klasse, nimmt einen Schluck aus der Elbe und tollt mit den anderen Hunden herum. An klaren Tagen kann man von hier aus bis zu den Hamburger Landungsbrücken gucken. Aber bei diesem Nebel kann man froh sein, das andere Ufer noch zu sehen. Dafür ist es richtig schön ruhig, selbst auf dem Wasser ist nur wenig Schiffsverkehr.

Da hinten ist der Hamburger Hafen.

Die Brandung hat sich in Millionen kleiner Eisschollen verwandelt, die unter meinen Füßen knirschen, als ich am Strand entlang wandere. Der Leuchtturm ist schon weit hinter uns und verschwindet im Nebel.

Der Strand wird schmaler und verschwindet irgendwann ganz, nun muss ich mich an den Aufstieg machen. Hier hat man die Wahl, zwischen einer graden Straße oder einer Reihe langer Treppen nach oben. Cosmo nimmt mir die Entscheidung ab und läuft zu den Treppen. Innerhalb kürzester Zeit bin ich außer Atem und muss meine Jacke auf machen. Die Stufen werden Schritt für Schritt steiler. Trotzdem dauert der Aufstieg nicht lange. Noch ein Stückchen auf einer unbefahrenen Straße, dann komme ich wieder an meinem Ausgangspunkt an. Knapp acht Kilometer bin ich gelaufen. Ich fand schön, dass die Route so viel Abwechslung geboten hat. Für das Wandern mit Hund ist der Hundestrand natürlich perfekt. Man sollte allerdings einigermaßen gut zu Fuß sein, um es die Hänge hoch zu schaffen. Das Falkensteiner Ufer ist ein tolles Ausflugsziel, bei jedem Wetter.

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