Der Natur zur Liebe: Plastik verbannen

Hier eine Herzensangelegenheit, die zwar nicht so viel mit wandern zu tun hat, dennoch sehr viel mit der Liebe zur Umwelt und Naturverbundenheit. Kurz ein paar Fakten, unten folgen dann die Tipps… Jeder Deutsche produzierte im Jahr 2017 durchschnittlich 37 kg Plastikmüll, Tendenz steigend. Im Pazifik treibt ein Teppich aus Plastikmüll von 1,6 Millionen Quadratkilometern, in dessen Fläche Deutschland vier mal Platz finden würde. Und es verenden hunderttausende Tiere wie Meeresbewohner und Seevögel an den Folgen. Viele Strände sind völlig vermüllt, weil der Mensch kaum noch hinterher kommt, sie wieder zu säubern. Ganz zu schweigen davon, dass dieses viele Plastik auch in unserer Nahrungskette landet und die langfristigen Folgen davon kennt keiner so genau. Es wurde sogar schon Plastik in Gehirnen von Fischen nachgewiesen. Wer weiß also, wie tief es in den menschlichen Organismus vordringen kann?

Wir als Verbraucher sind es letzten Endes, die durch unsere Kaufentscheidungen bestimmen, was wie angeboten wird. Auf das was die Politik derzeit versucht umzusetzen möchte ich nicht weiter eingehen, da es in meinen Augen bisher nicht ernst zu nehmen ist. Wenn bei jedem einzelnen ein Umdenken passieren würde, könnte man gemeinsam die Produktion von so viel umweltschädlichen Plastikmüll und Mikroplastik stark einschränken. Dafür müssen wir aber versuchen unser Konsumverhalten zu verändern:

  • Obst und Gemüse unverpackt kaufen

Zum Beispiel nicht zu dem Viererpack verschweißter Äpfel greifen, sondern die einzelnen aus der Auslage bevorzugen. Hierfür gibt es inzwischen sogar extra wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze. Die Kassen können aber auch lose Waren abwiegen, das ist nicht das Problem.

Oft ist Bio-Wäre eingeschweißt. Wer aber nicht auf die Bio-Qualität verzichten möchte, sollte direkt im Bioladen oder auf dem Markt einkaufen. Oder eben nur zu den unverpackten Lebensmitteln greifen.

  • Sonstige Verpackungen von Lebensmitteln

Nun stellen aber auch andere Verpackungen, wie zum Beispiel vorgeschnittenes Brot oder Joghurtbecher auch einen großen Teil unserer Einkäufe da. Aber auch hier gibt es Alternativen. Joghurt und Milch gibt es auch in Glasbehältnissen, Brot beim Bäcker oder in der Backwaren-Auslage in Papiertüten. Auf die Joghurtgläser ist sogar Pfand. Von einzeln verpackten Süßigkeiten oder Trinkpäckchen sehe ich mittlerweile auch möglichst ab. Glücklicherweise werden wir inzwischen auch größtenteils dazu gedrängt, Einkaufstüten mehrfach zu verwenden.

In vielen Städten gibt es mittlerweile Unverpackt-Läden, in denen man sich die Lebensmittel in mitgebrachte Gefäße abfüllen kann.

  • Bus, Bahn, Fahrrad nutzen

Das Autofahren produziert neben Abgasen und Feinstaub auch Unmengen an Mikroplastik. Nicht durch den Motor, sondern durch den Reifenabrieb. Die Gummireifen reiben sich permanent in kleinsten Kunststoff-Teilchen ab und dieser Abrieb gelangt dann eines Tages auch ins Meer. In 10.000 gefahrenen Kilometern reibt sich etwa ein ganzes Kilo Gummi ab! Also lass das Auto doch ruhig mal einen Tag stehen.

  • Auf Baumwollkleidung setzen

Natürlich muss man jetzt nicht seinen ganzen Kleiderschrank auf den Kopf stellen. Aber bei der Wahl neuer Teile sollte man lieber zu Naturfasern, statt zu Synthetikstoffen, wie Polyacryl, Polyester oder Polyamid greifen. Denn beim Waschen dieser Stoffe in der Waschmaschine lösen sich kleinste Fasern aus dem Stoff und werden in die Weltgeschichte gespült.

  • Naturkosmetik oder Eigenmarken kaufen

Viele Kosmetikprodukte, gerade auch Shampoos und Duschgels enthalten Plastik in flüssiger Form. Man cremt sich also einen schönen, samtigen Kunststofffilm auf die Haut. Hier zu erkennen, in welchen Produkten es sich befindet ist zwar nicht immer einfach, aber machbar. Hierfür muss man sich nur kurz mit den Inhaltsstoffen auseinander setzen.

Zu vermeiden sind vereinfacht gesagt alle Inhaltsstoffe mit „Poly-“ „Acryl-“ im Namen. Außerdem weisen die Abkürzung“PEG-7″ und die Begriffe „Dimethiconol“, „Methicone“ und „Siloxane“ darauf hin.

Es gibt aber auch praktische Apps, wie Code Check, mit denen man den Barcode des Produktes scannen kann, die einem dann verraten, ob es unbedenklich ist. Das ist hilfreich, weil auf manchen Cremes Produkten einfach gar keine Liste gedruckt steht.

In Großbritannien und Kanada ist Plastik in Kosmetik inzwischen übrigens komplett verboten. Bleibt nur zu hoffen, dass Deutschland bald nachzieht.

Ich bin mittlerweile bei Duschgel und Shampoo komplett auf Naturkosmetik umgestiegen. Ich gebe zu, bei Make Up tu ich mich bisher noch etwas schwerer.

Die Eigenmarken der üblichen Drogerien sind übrigens oft sogar günstiger und riechen besser, als die herkömmlichen Produkte und enthalten häufig kein Mikro- oder Flüssigplastik.

  • Bewusst konsumieren

Brauche ich das wirklich? Diese Frage sollte man sich für jeden Gegenstand, den man kauft erneut stellen. Denn vieles ist in Kunststofffolien verpackt, gerade auch bei Online-Bestellungen. Wegwerfartikel wie Strohalme oder Spielzeug in Müslipackungen braucht man auch nicht wirklich. Wusstest du, dass es z.B. auch Zahnbürsten aus Holz gibt?

Und wenn einfach jeder eine Sekunde länger überlegen würde, was er gerade kaufen möchte und ein wenig auf die Umverpackungen achtet, die er täglich verbraucht, wäre damit der erste Schritt zu saubereren Meeren schon getan. Jedes Mal wenn man sich bewusst gegen Plastik entscheidet zählt und hilft!

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