Dem Himmel so nah: Fotografieren im Himmelmoor

Blassblau schimmert der Himmel heute über dem Himmelmoor bei Quickborn. Von Hamburg aus ist es wirklich schnell mit dem Auto erreicht.

Moorlehrpfad

Den Wagen stelle ich beim alten Torfwerk ab und entdecke einen Hinweis auf den „Moorlehrpfad“. Eigentlich hatte ich vor, mir meine Route heute selbst zu suchen, aber die Beschilderung wirkt so einladend, dass ich beschließe, ihr zu folgen. Also geht’s immer den kleinen blauen Fröschen hinterher. Kann man eine Runde von fünf Kilometern schon als Wanderung bezeichnen? Ich finde schon. Hier geht’s zu meiner getrackten Route zum Nachwandern. In meinem Rucksack liegt, neben einer Kanne erfrischendem Orangentee, meine Spiegelreflexkamera.

Ich möchte heute gern die eisige Winter-Moorlandschaft festhalten. Und natürlich Cosmo! Als allererstes nehme ich mir die Gleise der alten Torfbahn als Motiv vor.

Torfbahn Gleise

Der neue Wanderpfad führt mich als nächstes zu dem Aussichtspunkt, von dem aus man eine tolle Sicht auf den größten Moor-See hat. Infotafeln verraten mir etwas über die Geschichte des Torfmoors. Es besteht bereits seit 10.000 Jahren, doch wurde im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert stark entwässert, um Ackerflächen zu schaffen und Torf abzubauen.

Himmelmoor
Fotografie-Wandern

Seit den 80iger Jahren wird es jedoch wieder vernässt, um Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Auch für das Klima sind Moore gut. Seit 2018 wird hier kein Torf mehr abgebaut.

Ich für meinen Teil freue mich, dass durch diese Maßnahmen eine so besondere Landschaft hier entstanden ist. Ich packe die Kamera für den Rest des Weges nicht mehr ein.

Alle Wasserflächen sind vereist und leuchten weiß im schwarzen Torf. Ich muss Cosmo ein wenig bändigen, als er versucht auf das Eis zu tapsen.

Der Moorlehrpfad geht zunächst ein Stück um den vereisten See herum, dann einige Meter entlang der Gleise. Wer mag kann den Gleisen auch noch weiter folgen und einmal den äußeren Weg um das Moor herum wandern. Ich biege jedoch rechts ab, um einmal mitten hindurch zu wandern. Ich kann kaum genug bekommen von dieser Kulisse. Alles ist flach und eine kunstvolle Zusammenstellung aus Schwarz, Weiß und Gelb.

Panorama Himmelmoor
Bild vom Himmelmoor
Fotowandern im Moor

Ich halte an, um einige Tricks mit Cosmo zu machen und diese mit Selbstauslöser festzuhalten. Mein Lieblings-Hundetrick ist der Sprung durch meine Arme. Also Selbstauslöser auf zehn Sekunden stellen, dann schnell in Position und „Hüpf!“ – gucken wie es geworden ist. Mist, das Timing stimmt noch nicht…

Ich brauche mehr als zehn Versuche, aber dann gelingt mir doch noch das perfekte Foto! Und Cosmo macht mit Begeisterung mit. Aber es gibt ja schließlich auch jedes Mal einen Leckerbissen.

Fotowandern

Stolz auf mein Foto spaziere ich weiter.

Ungefähr zwei Kilometer wandere ich zwischen Binsengräsern und Torf mitten durch das Moor. Es soll hier sogar fleischfressende Pflanzen geben, aber ich entdecke leider keine.

Cosmo zeigt mir ein Fernrohr, das auf einer kleinen Anhöhe steht. Kostenlos kann jeder es benutzen und das Moor mit 15facher Vergrößerung angucken.

Fernglas

Von da aus biege ich rechts ab in den Wald aus Moor-Birken. Ein Holzsteg schlängelt sich hindurch. Hinter jeder Biegung versteckt Cosmo sich und lauert auf mich, um dann fröhliche Hüpfer zu machen, wenn ich mich nähere. Er bleibt natürlich brav auf dem Steg! Wenn dein Hund gerne jagt, solltest du ihn aber auf jeden Fall anleinen. Generell soll man ja Hunde eigentlich im Naturschutzgebiet anleinen..

Wandern im Moor
Suchbild: Wo ist Cosmo?

Mein GPS Track ist an dieser Stelle etwas unsauber, da ich kurzzeitig vergessen hatte, die Aufzeichnung fortzusetzen. Ich hoffe, Du kannst mir das verzeihen. Man kann sich hier ohnehin nicht verlaufen, wenn man den Weg nicht verlässt.

Mitten im Wäldchen gibt es hier einen kleinen Spielplatz und eine Picknick-Hütte. Für einen Ausflug mit Kindern ist eine Wanderung durch das Himmelmoor perfekt. Heute ist hier nichts los. Ich setze mich in die Hütte und trinke meinen Tee.

Spielplatz

Der letzte Abschnitt des Wanderweges geht am Rand von landwirtschaftlichen Flächen zurück zum Torfwerk. Ich verlängere meine Runde noch ein Stück weit, indem ich einen kleinen Schlenker über die umliegenden Feldwege mache. Zwischen Stoppelfeldern und Pferdekoppeln wandere ich durch die Straße Himmelmoorweg. Ein Rotkehlchen flattert neben mir her durchs Geäst. Autos kommen keine vorbei, nur ein Radfahrer.

Wandern in Schleswig Holstein

Viel zu schnell komme ich zurück zum Parkplatz.

Alle Schautafeln findest Du auch auf der Homepage des Fördervereins Himmelmoor.

4 Gedanken zu “Dem Himmel so nah: Fotografieren im Himmelmoor

  1. Das sieht nach einer tollen Entdeckungstour aus. Ich mag solche Themenwege total gerne, besonders wenn man so wie du durch Zufall darauf stößt. Sehr schöne Fotos hast du da auch mitgebracht. Besonders fasziniert bin ich von dem Selbstauslöser-Foto mit Cosmo. Dass das so gut (nach nur 10 Versuchen) geklappt hat – wow, ihr scheint ein super Team zu sein! Liebe Grüße in den Norden von Andrea

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    1. Ja, ich mag das auch, vor allem wenn man nicht nur Infotafeln findet, sondern auch ein paar Besonderheiten, wie z.B. Insektenhotels oder sowas. Manchmal wundert mich wirklich, wie ausdauernd mein Hund solche Spielchen mitmacht, während die Ausdauer zum Beispiel beim Bei-Fuß gehen immer ziemlich schnell erschöpft ist. Zumindest behauptet Cosmo das dann immer 😉

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