Familienwanderung im Harz

Harz mit Baby Teil 1

Wie aufregend! Die erste Wanderung mit Baby! Klar – wer im Harz Urlaub macht, muss unbedingt auch die ein oder andere Wanderung machen. Und wie schön, wenn man dieses Erlebnis mit seiner Familie teilen kann. Heute bin ich unterwegs mit meinem kleinen Sohn Quinn und meinem Vater. Und natürlich mit Cosmo. Eine Opa-Tochter-Enkel-Enkelhund-Runde sozusagen. Quinn wollen wir im Jogger-Buggy schieben, man kann nur hoffen, dass die Wege es zulassen.

Wir starten bei Bad Suderode am Wassertretbecken nahe des Sportplatzes. Quinn bekommt noch ein paar Löffelchen vom Frühstücksbrei verabreicht, dann setze ich ihn in den Jogger. Er ist recht vergnügt, als Cosmo gucken kommt, ob er vielleicht auch noch ein Löffelchen vom Frühstück abbekommt.

In dem Wassertretbecken ist leider kein Wasser. „Wegen Corona“ vermutlich. Also lassen wir das Becken rechts hinter uns und wandern in Richtung Kur-Anlage Bad Suderode. Am Wegrand liegen beschriftete Felsen. Hier im Felsgarten können Hobbygeologen mehr über die unterschiedliche Boden-Beschaffenheit im Harz lernen. Also drehen wir eine kleine Runde zwischen den Felsen hindurch und wandern weiter zur Kuranlage Bad Suderode.

Das Heilbad in Bad Suderode hat geschlossen, „wegen Corona“. Das, was man von außen erkennen kann, sieht sehr erholsam aus. Wer also außerhalb der Pandemie vorbei kommt, sollte es unbedingt besuchen. Inmitten der Kuranlage steht der Behringer Brunnen mit Heilwasser. Aus vier Auslässen plätschert es und ihm wird unter anderem nachgesagt, bei Verdauungsbeschwerden zu helfen. Auf einer kleinen Infotafel steht die genaue Zusammensetzung. Mal probieren… Puh, ganz schön salzig, dieses Heilwasser. Ich beschließe, darauf zu verzichten, Salzwasser in eine Flasche abzufüllen.

Wir wollen nun durch den Wald zum Preußentum, einem Aussichtsturm, wandern und zwar nach einer vorher geplanten Route. Kurz unschlüssig, ob wir der offiziellen Beschilderung nun folgen sollen, oder doch der GPS-Route, laufen wir ein paar mal hin und her, beschließen dann aber doch, dass die vorgeplante Route wesentlich kürzer sein dürfte. Es ist erst 10 Uhr morgens und trotzdem schon an die 25 Grad im Schatten, daher wollen wir die Runde auch nicht unnötig verlängern.

Was für eine abenteuerliche Idee das gewesen ist, merken wir recht schnell, während wir den Jogger zu zweit den Berg hoch hieven. Über Wurzelgeflecht und Felsbrocken holpert der gefühlt 100 Kilo schwere Buggy. Kurze Pause, wollen wir doch noch umkehren? Ausserdem ist das gar nicht der Weg, der auf dem Display mit der GPS-Route steht. Aber jetzt haben wir ja schon die Hälfte geschafft. Also mobilisieren wir nochmal alle Kräfte und schieben weiter. Es war auch noch längst nicht die Hälfte, die wir geschafft hatten. Trotzdem können wir noch gut drüber lachen. Igendwann schaffen wir es dann doch noch bis ganz nach oben und stehen sofort direkt vor dem Preussenturm. Eine Abkürzung war es allemal! Zu Fuß ohne Buggy ist es auch gut machbar, und Cosmo ist etliche Male leichtpfotig hoch und runter gehoppelt. Hat man einen Kinderwagen dabei, sollte man aber auf jeden Fall der Beschilderung folgen.

Kurze Pause

Hier kann man sich einen Stempel für seine Harzer Wandernadel (HWN 185) abholen. Dann packe ich Quinn in die Babytrage auf meinen Rücken und Cosmo wird unten am Preußenturm angebunden. Wir steigen die Treppenstufen hoch und der Ausblick ist einfach herrlich. Man kann sogar bis nach Quedlinburg gucken, wo wir unsere Unterkunft haben.

Zufrieden über dieses Highlight, wandern wir weiter. Die Sonne steht schon hoch am Himmel, wir sind froh, überwiegend durch schützende Wälder zu laufen, es ist einfach nur idyllisch!

Leider sieht man aber auch immer wieder „kahle Stellen“ im Wald, wo wegen Trockenheit oder Borkenkäfern die Bäume gerodet werden mussten oder einfach tot da stehen.

Jetzt kommen wir zum Anhaltinischen Saalstein, einem Naturschutzgebiet, erkennbar an der Felskanzel, einem großen Felsvorsprung. Das Naturschutzgebiet kann man auch durchwandern, jedoch eher nicht mit Buggy. Hier legen wir eine Pause ein, sehen uns um, machen lustige Fotos mit Kind oder Hund. Quinn futtert eine Banane, Cosmo bekommt nochmal Wasser. Es gibt auch wieder eine Stempelstelle (HWN 186).

Von hier aus geht es bald wieder bergab, es wird unwegsamer. Quinn macht es nichts aus, von seinem Opa über Stock und Stein geschoben zu werden, er scheint es sogar recht entspannend zu finden. Ein Stückchen müssen wir neben einer großen Straße entlang wandern, etwas unterhalb begleitet uns ein kleiner Bach. Begleitet werden wir auch von etlichen Mücken- und Fliegenschwärmen, welche uns und Cosmo keine Ruhe lassen wollen. Zwischen umgestürzten Bäumen hindurch schlängeln wir uns durch das sogenannte Kalte Tal zum nächsten Highlight, der Lessinghöhle.

Diese Höhle ist eigentlich ein Stollen, beziehungsweise ehemaliges Bergwerk aus dem 17. Jahrhundert, das man nicht betreten kann. Zeitweise verschüttet, wurde es um 1870 wieder entdeckt und nach dem Forscher Lessing benannt. So viel zur Geschichte – heute gibt’s da wohl nur noch Fledermäuse. Für Feierlichkeiten, wie Walpurgisnacht wurde der Platz vor der Höhle noch regelmäßig genutzt. Als ich mich der massiven, rote Tür nähere, hallt von irgendwo ein Tropfen wieder und ein kühler Lufthauch lässt einen erschaudern.

Am Sportplatz entlang machen wir die letzten Schritte der Wanderung und kehren im Restaurant Feuerkeller ein. Das Lokal ist ganz in der Nähe von unserem Startpunkt. Wir haben etwa vier Stunden für die Runde gebraucht, was mit einem kleinen Baby im Jogger größtenteils sehr gut geklappt hat. Also wird das nicht die einzige Wanderung für diesen Urlaub bleiben!

3 Gedanken zu “Familienwanderung im Harz

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