An der Teufelsmauer

Wandern im Harz mit Baby Teil 2

Da kommen wir doch nie hoch. Wir müssen umkehren!

Zu dieser Erkenntnis kommen wir ziemlich schnell, als wir das zweite Mal in unserem Harz-Urlaub zum Wandern unterwegs sind (Teil 1 gibt’s hier) . Die Blankenburger Teufelsmauer wollen wir heute erkunden. Was gefährlich klingt, ist eigentlich sehr schön. Die Teufelsmauer ist eine 20 Kilometer lange Felsformation aus Kalk- und Sandstein. Der Abschnitt, den wir besuchen, liegt weitgehend im Wald, was uns bei der sengenden Sonne zugute kommt.

An der Gaststätte Helsunger Krug starten wir, Baby im Jogger und Hund an der Leine, zu unserer Wanderung. Wir gehen ein Stückchen durch den Wald, dann finden wir den recht steilen Anstieg zum „Hamburger Wappen“, einem Fels, der markant aus der Teufelsmauer hoch ragt.

Wir bemühen uns, den Buggy irgendwie über das Wurzelgeflecht nach oben zu bekommen, aber nach der nächsten Biegung wird klar, dass das nicht weiter klappen wird. Kurzerhand schnalle ich mir Quinn in der Babytrage auf den Rücken. Gut, dass wir noch nicht lange unterwegs sind, so kann mein Vater den Jogger noch zurück zum Auto bringen. Währenddessen klettere ich schon mal mit Quinn das letzte Stückchen zur Lichtung nach oben und entdecke gleich das Hamburger Wappen. Dieser Fels ähnelt den drei Türmen im Wappen von Hamburg, daher der Name. Super, wir fühlen uns gleich ganz heimisch! Hier gibt es auch eine Stempelstelle für die Harzer Wandernadel. (HWN 74)

Cosmo am Hamburger Wappen
Vorsichtig mit wertvollem Gepäck

Daneben findet man den „Kuhstall“, eine Höhle, in der jede Menge Schnitzereien und Liebesbekundungen an den weichen Steinwänden zu finden sind. Geht man hindurch, kommt man an eine Art kleine Aussichtsstelle, von der man den eben durchwanderten Wald überblicken kann.

Zwischen Vogelbeeren hindurch, über Waldwege folgen wir dem Pfad an der Teufelsmauer entlang. Quinn ist längst eingeschlafen, er fühlt sich sichtlich wohl da auf meinem Rücken. Wir ziehen vorsichtig das Cape von der Babytrage über seinen Kopf, damit er nicht so sehr nach hinten hängt. An einem Wegweiser lässt sich ablesen, dass wir nun entweder dem einfachen Weg am Südhang folgen können, oder wir wagen uns auf den laut Schild „beschwerlichen, aber aussichtsreichen“ Kammweg, welcher oben auf der Mauer entlang geht.

Wir entscheiden, dass wir es mit dem Kammweg versuchen, welcher sich als ziemlich abenteuerlich herausstellt! Felsbrocken säumen den Weg nach oben und dann wandert man tatsächlich auf dem schmalen Kamm der Teufelsmauer. Wir machen Rast auf ein paar großen Steinen und das erste mal begegnen uns einige andere Wanderer. Ein Mann, der eine Fotokamera dabei hat, klettert den Weg entlang, als Quinn gerade aufwacht und sich erstaunt umsieht. Wir essen belegte Brötchen, die wir morgens noch beim Bäcker geholt haben und Cosmo bekommt Wasser.

Der Kammweg wird dann noch sehr viel beschwerlicher, so dass ich ihn mit der Babytrage auf dem Rücken lieber doch nicht mehr gehen möchte. Zum Glück gibt es noch die Möglichkeit, runter zum Weg am Südhang zu gehen. Diesem folgen wir dann, bis wir schließlich zur Stempelstelle für den Großvaterfelsen kommen. (HWN 76) Man kann hier direkt wieder zum Felsen hoch klettern, mit Hund und Baby aber leider unmöglich. Wenn man dem Südhangweg noch um die nächste Biegung folgt, kommt man aber ebenfalls hinauf.

Nacheinander klettern wir hoch auf den Großvaterfelsen, das passt – Großvater am Großvaterfelsen! Um hinauf zum Aussichtspunkt zu kommen, muss man ein steiles Stück klettern, dazu wurden Metallgeländer in den Felsen befestigt. Man sollte sich den Aufstieg nicht entgehen lassen, es macht wirklich Spaß! An Corona denkt hier aber keiner, alle klettern drauf los und alle fassen auch das Geländer an.

Am Fuße des Felsens legen wir eine Pause ein und beobachten das Treiben, als der Wanderer mit seiner Fotokamera aus Richtung Kammweg auf die Lichtung kommt und höchst verwundert ist, wie wir ihn überholt haben können. Wir erklären, dass wir den leichteren Weg gegangen sind.

Man kann frei wählen, welche Route man nimmt. Es gibt die drei Möglichkeiten, Kammweg, Südhangweg und Nordhangweg. Auf diesen kann man sowohl hin als auch zurück laufen. Zurück wandern wir dann am Nordhang, dieser Weg ist der bequemste.

Auch hier gibt es noch einiges zu entdecken. Vom Fuße des Hangs schallt das Klimpern von Karabinerhaken hoch. Für alle, die nicht genug vom Klettern kriegen können, ist dort ein Hochseilgarten. Als nächstes finden wir die „Gewitterhöhle“, ein großer Felsvorsprung mit durch Witterung bedingten Löchern und Ausspülungen.

Wozu der sogenannte Fuchsbau gut ist, erschließt sich uns nicht ganz, am Wegrand führt eine Treppe in einen dunklen, engen Höhlengang. Am dessen Ende kann man dann wieder raus auf den Hang gucken. Dass ich den kühlen Gang betrete, muss auch Baby Quinn auf meinem Rücken aufgefallen sein, denn er hatte bisher seelenruhig geschlafen und ist nun wach geworden. Schwupp, fliegt der Schnulli in die Dunkelheit. Ein Glück dass er im Dunkeln leuchtet…

Cosmo geht Füchse suchen

Insgesamt haben wir heute etwa 7 Kilometer zurück gelegt. Aber nun schnell zurück zu unserer Unterkunft, bevor die Mittagshitze kommt.

2 Gedanken zu “An der Teufelsmauer

  1. Pingback: Dämme und Brücken – Nordwandern

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