Grüner Ring Teil 2

Etappe 2 Teufelsbrück – Heimfeld

Alles einsteigen, wir legen ab!

Cosmo wirkt etwas erschrocken, als wir in die Fähre steigen. Bevor es mit unserer Wanderung los geht, setzen wir von Teufelsbrück nach Finkenwerder über. Der frische Herbstwind weht zu den Türen hinein und bringt auch gleich ein bisschen Elbwasser mit. Der kleine Quinn verschläft leider den ganzen Spaß, dafür kann ich ein bisschen in der Fähre herum gehen und aus den Fenstern gucken. Die Fahrt ist im HVV-Tarif mit inbegriffen, es gilt hier als ganz normales öffentliches Verkehrsmittel.

Am Anleger in Finkenwerder folgen wir nun den grünen „Ring 2“ Schildern, die uns den Weg vorbei am weitläufigen Airbus-Gelände weisen. Den Rüschpark habe ich dabei irgendwie übersehen, auch wenn er hier sein sollte. Dafür liegen am Wegesrand Bauteile von einem Flugzeug – gut, wahrscheinlich eher von einem Schiff? Ich bin kein Experte, aber Cosmo inspiziert sie ganz genau.

Wir gehen durch die Finkenwerder Innenstadt, wo wir uns ein paar Brötchen beim lokalen Bäcker holen. Sonst ist hier nicht viel los, denn es ist Sonntag. Durch ein Wohngebiet kommen wir auf einen Radwanderweg, welcher uns direkt zum alten Land führt. Er verläuft als leichte Erhebung, sodass man einen tollen Ausblick auf die Apfelfelder hat, hinter denen die Kräne und Industrie des Hamburger Hafens, die Köhlbrandbrücke und Windräder aufragen. Wer mag kann diese Strecke auch unten auf dem Kiesweg gehen, wo man allerdings nicht so gut in die Ferne sehen kann.

Mohnblumen blühen neben Sonnenblumen, alle Äpfel warten nur darauf, geerntet zu werden. Der Wanderweg führt uns über den Deich, unter Walnussbäumen hindurch, wo wir sogar einige reife Nüsse vom Boden sammeln können.

Der nächste Streckenabschnitt ist an einer großen Hauptstraße, wir wandern über eine Brücke über die alte Süderelbe, welche nicht mehr mit dem Hauptfluss verbunden ist, daher ist sie jetzt ein langer See. Quinn streckt neugierig die Hand aus und lässt sie am Brückengeländer lang rattern.

Ich frage mich, ob das jetzt schon alles war, was ich heute vom alten Land sehen darf. Nach einer Weile biegen wir in einen Feldweg ab und ab hier ist es schön, wie im Bilderbuch! Auf einer Seite eine eingezäunte Apfelplantage, auf der anderen Seite idyllische Streuobstwiesen. Es duftet verführerisch nach süßen Äpfeln, hier und da findet sich auch eine Birne. Auch die Sonne lässt sich nochmal blicken. Ich stöbere an dem Eingang einer der Wiesen und pflücke mir heimlich einen kleinen Apfel…

Auf dem Deich wandern wir dann immer weiter, hier kennt man sich. Es lässt sich bestimmt gut leben, so hinterm Deich. Auch wenn das ein oder andere ältere, verfallene Haus dabei ist.

Bald wandern wir über Wiesen und Felder durch Moorburg. Ich vermisse schmerzlich meine Mütze, hier auf freier Fläche stürmt es wie verrückt. Auf einem Feld steht eine Familie und lässt einen bunten Drachen vor einer dunkelgrauen Wolkenwand steigen, dabei scheint hinter uns doch noch die Sonne. Neben dem Kilometer weit geradeaus verlaufenden Weg gibt es einen ebenso kilometerweiten geraden Kanal, was Cosmo sehr freut. Ich gebe mir alle Mühe, dass er nicht ins Wasser springt, vor allem als auch noch zwei weiße Schwäne auftauchen.

Auf diesem eintönigen Feldweg schläft Quinn dann auch schnell ein. Er verpasst nicht viel, als wir danach auch noch in einem Tunnel unter der Autobahn durch müssen. Ein Stück vom Tunnel entfernt, liegt ein kleiner Teich und Cosmo beschließt, dass wir ein kleines Stück von der Route abweichen und über die Holzbrücke spazieren gehen sollten, welche den Teich überbrückt. Froh über die Abwechslung, laufe ich über die Brücke und einmal halb um den Teich herum, bevor es weiter geht.

So langsam kommen wir wieder in die „Zivilisation“. In Heimfeld hat man die Möglichkeit, am Krankenhaus, direkt an der Strecke in den Bus zu steigen. Daher endet dort auch mein GPS-Track. Um eine entspannte Rückfahrt zu haben, sind wir aber noch weiter bis zur S-Bahn gegangen.

Übrigens, hier findest du Teil 1 der Wanderung.

Ein Gedanke zu “Grüner Ring Teil 2

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